Collosphaera


Classification: rads_cenozoic -> Collosphaeridae -> Collosphaera
Sister taxa: Acrosphaera, Buccinosphaera, Clathrosphaera, Collosphaera, Disolenia, Otosphaera, Siphonosphaera, Solenosphaera, Tribonosphaera, Trisolenia,
Daughter taxa: (blue => in age window 0-800Ma)

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Taxonomy

Citation: Collosphaera Müller 1855
Rank: genus
Basionym: Collosphaera

Catalog entries: Collosphaera

Original description: Bei einer zweiten seltenern Form von Meerqualster, welche Huxley unter Thalassicolla punctata beschreibt (a. a. O. pl. XVI. fig. 6), waren die in die Gallerte eingebetteten grofsen Zellen von blauer Farbe und euthielten einige prismatische Crystalle von 1/1000 Zoll in Länge. Diese blauen Zellen waren von dicht gepackten kleinen Körnern von 1/15000 Zoll Durchmesser eingehüllt. Aufsen von diesen war eine Anzahl hellgelber Zellen von 1/1600 Zoll im Durchmesser. Das Ganze war von einer sphärischen durchsichtigen, zerbrechlichen von zahlreichen runden Offnungen durchbrochenen also gefensterten Schale umgeben, welche gleichsam die Spicula ersetzte. In einem einzigen Specimen fand Huxley eine ähnliche Schale, deren wenige Offnungen in kurze am Ende quer abgeschnittene Röhrchen verlängert waren (a. a. O. pl. XVI. fig. 5).

Den Meerqualster mit gegitterter Schale der Nester habe ich nicht in Nizza, aber öfter bei Messina beobachtet und in einigen Exemplaren auch in Weingeist mitgebracht. Er ist nicht so häufig als der erste und in der Regel auch nicht so grofs. Die Massen der Gallerte sind meist kugelförmig, im Innern hohl. Schwach vergröfsert läfst sich die Art frisch schon sogleich von Thalassicolla punctato unterscheiden, dafs die bei geringer Vergröfserung wahrnehmbaren Puncte, der Sitz der Nester, tief schwarz erscheinen, was sich bei stärkerer Vergrofserung in ein tiefes Blau umwandelt. Die Beobachtungen von Huxley haben sich auch hier in allen Beziehungen bestätigt. Die hellgelben Zellen sind in beiden Formen, derjenigen mit Spicula und derjenigen mit Gitterschalen, ganz ubereinstimmend, aufserhalb der grofsen Zelle zwischen ihr und der Kieseldecke gelagert; die grofse Zelle wiederholt sich. Beide Formen sind daher jedenfalls sehr verwandt, aber nicht Varietaten einer Art. Die gänzlich abweichende Bildung des Skelets entfernt sie von einander. Selbst die Absonderung als Art wurde nicht genügen und es darfte zweckmäfsig sein, diese Form als Typus einer besondern Gattung oder Untergattung, Collosphaera aufzustellen, die icb nach dem Entdecker C. Huxleyi nennen werde.

Doch gehen wir zu den Thalassicollen mit Kieselgerüsten zurück.

Uber die Verwandtscharten der Formen lassen sich verschiedene noch sehr unsichere Ansichten aufstellen. Es kömmt sogleich in Betracht, wie weit die Analogien des Skelets gehen und wie weit man Werth darauf zu legen habe.

Die Skeletform allein ist nicht entscheidend. Ahnliche Skeletformen kommen bei sehr verschiedenen organischen Körpern vor. Kieselspicula erscheinen bei Spongien und Thalassicollen, Kieselnetze bei Spongien, Thalassicollen und Polycystinen, bei den Thalassicollen und Polycystinen in eigenthümlichen Schalenformen. Es giebt Kalkspicula bei Spongien, Polypen, Echinodermen, Mollusken, Kalknetze bei Polypen und Echinodermen, und bei den letztern eine Menge mikroskopischer complexer, bald ungegitterter, bald gegitterter Kalkformen. Die chemische Grundlage der Skelete organischer Körper ist oft durchgreifend characteristisch, aber doch nicht immer constant, wie z. B. in der Classe der Spongien, bei denen entweder Kieselspicula oder Kalkspicula in verschiedenen Gattungen auftreten.

Die Kieselformen der Thalassicollen bieten Analogien nach ganz verschiedenen Richtungen dar. Einmal zu den Spongien und Tethyen. In beiden Reihen wiederholen sich die Spicula. Auch die Kieselsternchen und Siebkugeln der Tethyen haben diese Bedeutung und könnten daher den Gitterschalen der Collosphaera nicht wohl parallelisirt werden, weil sie keine der Zelle der Collosphaera analogen Weichtheile enthalten. Dagegen haben die Kieselschalen der Co11sphaera die Bedeutung einer Summe oder eines Hofes von Spicula um das wesentliche Zellengebilde, weil der Hof von Spicula um die Zellen der Thalassicolla und die Kieselschale um die Zellen der Collosphaera Aquivalente sind.

Die Bedeutung der von dem Kieselgebilde umlagerten Zellen in den Thalassicollen ist gewirs sehr wichtig, es ist aber dermalen noch ganz ungewifs, ob die einzelnen Nester der Thalassicollen als mehrfach vorhandene Organeinheiten, oder als gesellig verbundene Einzelwesen zu betrachten sind. Legt man die erstere Voraussetzung versuchsweise der Vergleichung zu Grunde, so treten die Nester den sogenannten Gemmulae der Spongien und der Spongillen etwas näher. Diese sind bei den Spongillen bald mit Kieselnadeln umlagert (Quekett a. a. O.), bald wie eine von Meyen (Archiv f. Anat.u.Phys. 1839. 83) beschriebene und von Quekett gleichfalls abgebildete Form mit einer Kiesellkruste von Amphidisken umgeben. Bei Halichondria Johnstonia Bowerb. (Johnston hist. of brit. sponges and lithophytes. Edinb. 1842 p. 198. 244. pl. V. fig. 3) besteht der Umfang der Gemmulae bald aus dichtstehenden Zapfen, bald aus stachelförmigen Spicula*). Die verschiedenen Formen der Gemmulae von Spongilla und auch von Halichondria .Johnstonia gleichen sich darin, dafs sie die von Meyen erwähnte nackte Depression, den Porus Queketts besitzen, was von der Nest-Zelle der Thalassicollen abweicht. Ubrigens liegen durchaus keine Gründe für den bestimmteren Vergleich vor, dafs die Nester der Thalassicollen die Sporangien der Thalassicollen seien. Ein wesentlicher Unterschied der Thalassicollen und Spongien ist unter allen Umstanden der, dafs die Spongien festsitzend sind, die Thalassicollen frei im Meer herumgetrieben werden .

Eine andere Analogie bieten die Skelete der Thalassicollen zu den Polycystinen dar. Sie ist bisher nicht bemerkt, leuchtet aber ein nach der Feststellung der Kieselerde in den Schalen der Collosphaera. Diese Analogie geht bei Collosphaera und Cenosphaera so weit, dafs man versucht sein könnte, die Meerqualster für Colonien von Polycystinen zu halten. Doch läfst sich dermalen nicht sicher beurtheilen, ob die Thalassicollen und Polycystinen hahe oder weitläufig und nur in den Skeleten verwandt sind. Gewifs ist, und ich mufs es bestätigen, dafs die typischen Polycystinen Ehrenbergs, sowohl die geschlossenen, als die offenen Formen, nicht Theile von andern Organismen, sondern selbstständige Wesen sind; dagegen sind die Korper mit Kieseltheilen in den Thalassicollen Bestandtheile eines gröfseren Ganzen. Die Thalassicollen und Polycystinen weichen ferner darin von einander ab, dafs die erstern pelagisch sind, die letztern, wenn sie nicht durch die Bewegung des Meers fortgerissen werden, schon wegen ihrer Schwere dem Meeresgrunde angehören.

Die weitere Entwicklung des Gegenstandes, der ich nicht vorgreifen kann, mufs die fraglichen Beziehungen zu den verschiedenen verglichenen Formen aufklären und lehren wo die Ahnlichkeiten oder Verschiedenbeiten gröfser, wo sie scheinbar oder wirklich sind.

Thalassicolla und Collosphaera werden jedenfalls beisammen bleiben, nach welcher Seite hin sie angezogen werden. Die Structur ihrer Weichtheile ist gänzlich übereinstimmend, die Formen ihrer Kieselgebilde können nicht so wesentlich sein, weil die Spicula in unserm Fall äquivalent fur die Gitterschalen und umgekehrt sind. Auf der andern Seite liefern auch die Kalkformen bei den Polypen und Echinodermen, Spicula und Netze, parallele Abweichungen.

*) Diese Kieselgebilde von Halichondria Johnstonia sind in den käuflichen mikroskopischen Praparaten zum III. Heft des mikroskopischen Instituts von Engell. Zürich l852 (N. 3) leicht zugänglich.

Description

Biogeography and Palaeobiology

Biostratigraphic distribution

Geological Range:
Last occurrence (top): Extant Data source: Total of range of species in this database
First occurrence (base): at base of Aquitanian Stage (0% up, 23Ma, in Aquitanian stage). Data source: Total of range of species in this database

Plot of occurrence data:

References:

Müller, J (1855a). Über Sphaerozoum und Thalassicolla. Bericht uber die zu Bekanntmachung geeigneten Verhandlungen der Koniglichen Preussische Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1855: 229-254. gs


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