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Current identification/main database link: Helvetoglobotruncana helvetica (Bolli, 1945)
Original Description
Ausserordentlich zahlreich treten in einer bestimmten Schichthöhe des helvetischen Seewerkalkes und in enger vertikaler Verbreitung sehr charakteristische Schnitte auf, die jedenfalls einer noch unbeschriebenen Foraminiferenform angehören. Sie ist so eigenartig, dass sogar ihre generische Einordnung nicht ohne weiteres gegeben ist. Da die Form einen offenen Nabel besitzt, bleiben für eine Zuordnung zu einem bestehenden Genus nur die Gattungen Globigerina, Globorotalia und Globotruncana. Obwohl zugestandenermassen bei der Aufstellung von neuen Spezies allein auf Grund von Schnitten Vorsicht am Platze ist, so spielt diese Form mit ihrer charakteristischen Verbreitung in der Foraminiferenfauna des Seewerkalkes eine solche Rolle, dass man sie auf Grund der Schliffe als neue Spezies benennen muss. Ich ordne sie wegen ihrer stratigraphischen Stellung und ihrer morphologischen Beschaffenheit vorderhand zur Gattung Globotruncana ein.
Die Oberseite der Schale ist flach, ungefähr so wie bei Globotruncana lapparenti lapparenti nom. nov. Bald erscheint der erste, innere Umgang etwas in die Oberfläche der Schale eingedrückt, meistens aber eher schwach erhöht. Auf der Unterseite dagegen sind die Kammern des letzten Umganges kugelig aufgebläht und umgeben einen tiefen und weit offenen Nabelraum.
Zwischen der flachen dorsalen und der rundlichen, sackartig aufgeblähten ventralen Partie der Kammern findet sich z. T. eine eigentliche Nahtleiste, welche in den Axialschnitten als aufgesetzter Kiel erscheint (Fig. 1, Abb. 11; Taf. I, Fig. 6); vielfach wird auch nur eine scharfe Kante ohne eigentlichen Kiel beobachtet (Taf. I, Fig. 7). Der Winkel zwischen Dorsal- und Aussenseite ist vielfach 90°, in den äussern Umgängen kann er sogar stumpf werden.
Diese Querschnittform der Kammern lässt sich nicht nur im äusseren, sondern meistens auch schon in den letzten Kammern des inneren Umganges beobachten. Der Kiel des inneren Umganges ragt oft etwas über die allgemein flache Oberseite hervor. Soweit aus den Schliffbildern zu rekonstruieren ist, muss der Aspekt der Schale von der Oberseite durchaus globotruncanenähnlich sein.
Die Anzahl der Kammern im letzten Umgang beträgt 5—6, der horizontale Gehäusedurchmesser je nach Schnittlänge 0,4—0,6 mm. Vereinzelt wurden auch kleinere Formen gemessen, wobei ungünstige Schnitte und Jugendformen in Frage kommen dürften. Das Verhältnis von Durchmesser zur Höhe variiert von 2: 1 bis 8:5.
Oft scheinen im Schliff Übergänge von rundlichen, globigerinoiden Formen zur typischen, oben flachen und mit einem deutlichen peripheren Kiel versehenen Globotruncana helvetica n. sp. zu bestehen. Man kann sich aber vorstellen, dass solche durch schiefe Schnittlage zustande kommen können. Die vertikale Verbreitung von Globotruncana helvetica n. sp. im helvetischen Oberkreideprofil ist wie diejenige von Globotruncana alpina n. sp. sehr beschränkt. Ihr maximales Auftreten fällt zusammen mit dem roten Seewerkalk der Säntis-Drusberg-Decke. Unter- und oberhalb desselben findet sie sich nur noch in wenigen Metern des normalen grauen Seewerkalkes und setzt besonders gegen oben beim Erscheinen von Globotruncana lapparenti Brotzen rasch aus.
Stratigraphisch nimmt Globotruncana helvetica n. sp. eine ähnliche Stellung ein wie Globotruncana renzi Gandolfi, indem sie in der Zone auftritt, wo Globotruncana apenninica Renz gegen Globotruncana lapparenti Brotzen ausgewechselt wird.
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