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Current identification/main database link: Collosphaera Müller 1855
Original Description
Den Meerqualster mit gegitterter Schale der Nester habe ich nicht in Nizza, aber öfter bei Messina beobachtet und in einigen Exemplaren auch in Weingeist mitgebracht. Er ist nicht so häufig als der erste und in der Regel auch nicht so grofs. Die Massen der Gallerte sind meist kugelförmig, im Innern hohl. Schwach vergröfsert läfst sich die Art frisch schon sogleich von Thalassicolla punctato unterscheiden, dafs die bei geringer Vergröfserung wahrnehmbaren Puncte, der Sitz der Nester, tief schwarz erscheinen, was sich bei stärkerer Vergrofserung in ein tiefes Blau umwandelt. Die Beobachtungen von Huxley haben sich auch hier in allen Beziehungen bestätigt. Die hellgelben Zellen sind in beiden Formen, derjenigen mit Spicula und derjenigen mit Gitterschalen, ganz ubereinstimmend, aufserhalb der grofsen Zelle zwischen ihr und der Kieseldecke gelagert; die grofse Zelle wiederholt sich. Beide Formen sind daher jedenfalls sehr verwandt, aber nicht Varietaten einer Art. Die gänzlich abweichende Bildung des Skelets entfernt sie von einander. Selbst die Absonderung als Art wurde nicht genügen und es darfte zweckmäfsig sein, diese Form als Typus einer besondern Gattung oder Untergattung, Collosphaera aufzustellen, die icb nach dem Entdecker C. Huxleyi nennen werde.
Doch gehen wir zu den Thalassicollen mit Kieselgerüsten zurück.
Uber die Verwandtscharten der Formen lassen sich verschiedene noch sehr unsichere Ansichten aufstellen. Es kömmt sogleich in Betracht, wie weit die Analogien des Skelets gehen und wie weit man Werth darauf zu legen habe.
Die Skeletform allein ist nicht entscheidend. Ahnliche Skeletformen kommen bei sehr verschiedenen organischen Körpern vor. Kieselspicula erscheinen bei Spongien und Thalassicollen, Kieselnetze bei Spongien, Thalassicollen und Polycystinen, bei den Thalassicollen und Polycystinen in eigenthümlichen Schalenformen. Es giebt Kalkspicula bei Spongien, Polypen, Echinodermen, Mollusken, Kalknetze bei Polypen und Echinodermen, und bei den letztern eine Menge mikroskopischer complexer, bald ungegitterter, bald gegitterter Kalkformen. Die chemische Grundlage der Skelete organischer Körper ist oft durchgreifend characteristisch, aber doch nicht immer constant, wie z. B. in der Classe der Spongien, bei denen entweder Kieselspicula oder Kalkspicula in verschiedenen Gattungen auftreten.
Die Kieselformen der Thalassicollen bieten Analogien nach ganz verschiedenen Richtungen dar. Einmal zu den Spongien und Tethyen. In beiden Reihen wiederholen sich die Spicula. Auch die Kieselsternchen und Siebkugeln der Tethyen haben diese Bedeutung und könnten daher den Gitterschalen der Collosphaera nicht wohl parallelisirt werden, weil sie keine der Zelle der Collosphaera analogen Weichtheile enthalten. Dagegen haben die Kieselschalen der Co11sphaera die Bedeutung einer Summe oder eines Hofes von Spicula um das wesentliche Zellengebilde, weil der Hof von Spicula um die Zellen der Thalassicolla und die Kieselschale um die Zellen der Collosphaera Aquivalente sind.
Die Bedeutung der von dem Kieselgebilde umlagerten Zellen in den Thalassicollen ist gewirs sehr wichtig, es ist aber dermalen noch ganz ungewifs, ob die einzelnen Nester der Thalassicollen als mehrfach vorhandene Organeinheiten, oder als gesellig verbundene Einzelwesen zu betrachten sind. Legt man die erstere Voraussetzung versuchsweise der Vergleichung zu Grunde, so treten die Nester den sogenannten Gemmulae der Spongien und der Spongillen etwas näher. Diese sind bei den Spongillen bald mit Kieselnadeln umlagert (Quekett a. a. O.), bald wie eine von Meyen (Archiv f. Anat.u.Phys. 1839. 83) beschriebene und von Quekett gleichfalls abgebildete Form mit einer Kiesellkruste von Amphidisken umgeben. Bei Halichondria Johnstonia Bowerb. (Johnston hist. of brit. sponges and lithophytes. Edinb. 1842 p. 198. 244. pl. V. fig. 3) besteht der Umfang der Gemmulae bald aus dichtstehenden Zapfen, bald aus stachelförmigen Spicula*). Die verschiedenen Formen der Gemmulae von Spongilla und auch von Halichondria .Johnstonia gleichen sich darin, dafs sie die von Meyen erwähnte nackte Depression, den Porus Queketts besitzen, was von der Nest-Zelle der Thalassicollen abweicht. Ubrigens liegen durchaus keine Gründe für den bestimmteren Vergleich vor, dafs die Nester der Thalassicollen die Sporangien der Thalassicollen seien. Ein wesentlicher Unterschied der Thalassicollen und Spongien ist unter allen Umstanden der, dafs die Spongien festsitzend sind, die Thalassicollen frei im Meer herumgetrieben werden .
Eine andere Analogie bieten die Skelete der Thalassicollen zu den Polycystinen dar. Sie ist bisher nicht bemerkt, leuchtet aber ein nach der Feststellung der Kieselerde in den Schalen der Collosphaera. Diese Analogie geht bei Collosphaera und Cenosphaera so weit, dafs man versucht sein könnte, die Meerqualster für Colonien von Polycystinen zu halten. Doch läfst sich dermalen nicht sicher beurtheilen, ob die Thalassicollen und Polycystinen hahe oder weitläufig und nur in den Skeleten verwandt sind. Gewifs ist, und ich mufs es bestätigen, dafs die typischen Polycystinen Ehrenbergs, sowohl die geschlossenen, als die offenen Formen, nicht Theile von andern Organismen, sondern selbstständige Wesen sind; dagegen sind die Korper mit Kieseltheilen in den Thalassicollen Bestandtheile eines gröfseren Ganzen. Die Thalassicollen und Polycystinen weichen ferner darin von einander ab, dafs die erstern pelagisch sind, die letztern, wenn sie nicht durch die Bewegung des Meers fortgerissen werden, schon wegen ihrer Schwere dem Meeresgrunde angehören.
Die weitere Entwicklung des Gegenstandes, der ich nicht vorgreifen kann, mufs die fraglichen Beziehungen zu den verschiedenen verglichenen Formen aufklären und lehren wo die Ahnlichkeiten oder Verschiedenbeiten gröfser, wo sie scheinbar oder wirklich sind.
Thalassicolla und Collosphaera werden jedenfalls beisammen bleiben, nach welcher Seite hin sie angezogen werden. Die Structur ihrer Weichtheile ist gänzlich übereinstimmend, die Formen ihrer Kieselgebilde können nicht so wesentlich sein, weil die Spicula in unserm Fall äquivalent fur die Gitterschalen und umgekehrt sind. Auf der andern Seite liefern auch die Kalkformen bei den Polypen und Echinodermen, Spicula und Netze, parallele Abweichungen.
*) Diese Kieselgebilde von Halichondria Johnstonia sind in den käuflichen mikroskopischen Praparaten zum III. Heft des mikroskopischen Instituts von Engell. Zürich l852 (N. 3) leicht zugänglich.
Translation:
I did not observe the jellyfish with the reticulated shell of the nests in Nice, but more frequently near Messina, and I also brought back some specimens preserved in alcohol. It is not as common as the first and usually not as large. The masses of jelly are mostly spherical, hollow inside. Even at low magnification, the species can be immediately distinguished from *Thalassicolla punctato*, as the dots visible at low magnification, the location of the nests, appear deep black, which changes to a deep blue at higher magnification. Huxley's observations have been confirmed here in every respect.
The pale yellow cells are, in both forms, the one with spicules and the one with reticulated shells, arranged outside the large cell between it and the siliceous cover; the large cell is repeated. Both forms are therefore very closely related, but not varieties of the same species. The completely different skeletal structure separates them. Even their separation as a species would not suffice, and it might be expedient to establish this form as the type of a separate genus or subgenus, Collosphaera, which I will name after its discoverer, C. Huxleyi.
But let us return to the thalassicoles with siliceous skeletons.
Various, still very uncertain, views can be formulated regarding the relationships between the forms. It is immediately necessary to consider how far the skeletal analogies extend and how much importance should be attached to them.
Skeletal form alone is not decisive. Similar skeletal forms occur in very different organic bodies. Siliceous spicules appear in sponges and thalassicollas, siliceous reticles in sponges, thalassicollas, and polycystins, in thalassicollas and polycystins in peculiar shell-like forms. Calcareous spicules are found in sponges, polyps, echinoderms, and mollusks; calcareous reticles in polyps and echinoderms, and in the latter a multitude of microscopic, complex, sometimes non-latticed, sometimes latticed calcareous forms. The chemical basis of the skeletons of organic bodies is often comprehensively characteristic, but not always constant, as, for example, in the class of sponges, where either siliceous or calcareous spicules occur in different genera.
The siliceous forms of thalassicollas exhibit analogies in quite different directions. Firstly, to sponges and tethynes. In both series, the spicules are recurring. The siliceous star-shaped structures and sieve-like spheres of the Tethyene also have this significance and therefore cannot be readily compared to the lattice shells of the Collosphaera, because they do not contain any soft tissue analogous to the cells of the Collosphaera. In contrast, the siliceous shells of the Collosphaera have the significance of a cluster or ring of spicules surrounding the essential cell structure, because the ring of spicules around the cells of the Thalassicolla and the siliceous shell around the cells of the Collosphaera are equivalent.
The significance of the cells surrounded by the siliceous structure in the thalassicollas is indeed very important; however, it is currently quite uncertain whether the individual nests of the thalassicollas should be considered as multiple organ units or as socially connected individuals. If one tentatively assumes the former for comparison, the nests somewhat more closely resemble the so-called gemmules of the spongia and spongillae. In the spongillae, these are sometimes surrounded by siliceous needles (Quekett, op. cit.), sometimes, like a form described by Meyen (Archiv f. Anat. u. Phys. 1839, 83) and also illustrated by Quekett, they are surrounded by a siliceous crust of amphidiscs. In Halichondria Johnstonia Bowerb. (Johnston, History of British Sponges and Lithophytes, Edinburgh, 1842, pp. 198, 244, pl. V, fig. 3) states that the circumference of the gemmules consists sometimes of densely packed cones, sometimes of spiny spicules*). The various forms of gemmules in Spongilla and also in Halichondria .Johnstonia are similar in that they possess the naked depression mentioned by Meyen, the pore Queketts, which differs from the nest cell of the Thalassicolla. Moreover, there is absolutely no basis for the more definitive comparison that the nests of the Thalassicolla are the sporangia of the Thalassicolla. A fundamental difference between Thalassicolla and Spongia is, under all circumstances, that the Spongia are sessile, while the Thalassicolla are freely drifting in the sea.
These various forms of gemmules in Spongilla and also in Halichondria .Johnstonia are similar in that they possess the naked depression, the pore Queketts, mentioned by Meyen, which differs from the nest cell of the Thalassicolla. Another analogy is offered by the skeletons of thalassiculae to polycystines. This has gone unnoticed until now, but becomes clear after the discovery of silica in the shells of Collosphaera. This analogy extends so far in Collosphaera and Cenosphaera that one might be tempted to consider the jellyfish to be colonies of polycystines. However, it is currently impossible to judge with certainty whether thalassiculae and polycystines are closely or widely related, and only in their skeletons. What is certain, and I must confirm it, is that Ehrenberg's typical polycystines, both closed and open forms, are not parts of other organisms, but independent entities; whereas the bodies containing silica in thalassiculae are components of a larger whole. Thalassicolla and polycystins also differ in that the former are pelagic, while the latter, unless swept away by the sea's movement, belong to the seabed simply because of their weight.
The further development of this subject, which I cannot anticipate, must clarify the relationships in question with the various forms being compared and show where the similarities or differences are greater, whether apparent or actual.
Thalassicolla and Collosphaera will remain together regardless of which direction they are viewed. The structure of their soft parts is entirely similar; the forms of their siliceous structures cannot be so significant, because in our case the spicules are equivalent to the reticulate shells and vice versa. On the other hand, the calcareous forms in polyps and echinoderms, spicules and reticules, also exhibit parallel variations.
*) These silica formations of Halichondria Johnstonia are easily accessible in the commercially available microscopic preparations for the third volume of the microscopic institute of Engell. Zurich 1852 (No. 3). [gt]
Etymology:
Extra details from original publication
Sub-genera described:
Müller, J (1855a). Über Sphaerozoum und Thalassicolla. Bericht uber die zu Bekanntmachung geeigneten Verhandlungen der Koniglichen Preussische Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1855: 229-254. gs References:

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