radiolaria - rads_cat - Stichopilium variabilis

CATALOG OF ORIGINAL DESCRIPTIONS: Stichopilium variabilis Popofsky 1908

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Stichopilium variabilis

Citation: Stichopilium variabilis Popofsky 1908
Rank: species
Described on page(s) : p.290
Type specimens: pl.35, figs.4-7
Type repository: No information given
Family (traditional): Theoperidae
Family (modern): Eucyrtidiidae

Current identification/main database link: Stichopilium variabilis Popofsky 1908


Original Description

Schale aus vier Stücken (ausgebildet wahrscheinlich mehr) bestehend, welche durch drei deutliche Einschnürungen voneinander getrennt werden. Schalenmündung offen (ob immer??). Kopf halbkuglig mit kleinen, runden Poren und einem konischen, oft auch dreikantigen Horn, in dessen Kanten auch vereinzelte Poren (Taf. XXXV, Fig. 4) auftreten können. Das dein Gipfel aufgesetzte Horn erreicht höchstens die Länge des kleinen Kopfes. Deutlich abgesetzt vom Kopf ist der breit-glockenförmige Thorax, an dessen unterem Rand die drei Stacheln hervortreten, die aber auch eine Zeitlang in der Wandung des Abdomens verlaufen können, um erst dann sich wenig über die Schale zu erheben. Thorax mit unregelmäßig runden, ziemlich großen Poren. Vom Thorax deutlich abgesetzt das tonnenförmige oder mehr zylindrische oben und unten etwas verengte Abdomen, doppelt so lang als der Thorax, das breiteste Stück der ganzen Schale. Im Abdomen befinden sich auch die größten der unregelmäßig runden Poren. Vom oberen Rand des Abdomens ziehen in den meisten Fällen die drei am unteren Rand des Thorax aus der Schale tretenden Stacheln ein Stück in der Wandung der Schale entlang, um sich mit einem kurzen dornigen Ende, etwas über die Mitte des Abdomens hinaus, über die Schalenoberfläche zu erheben (Taf. XXXV, Fig. 4, 7). In manchen Fällen (Taf. XXXV, Fig. 6) sind überhaupt keine äußeren Stachelenden vorhanden. In anderen wieder erheben sich die drei Stacheln sogleich beim Austritt aus dem Innern aus dem oberen Rand des Abdomens. Sie verlaufen dann etwas gekrümmt, mit der Oberfläche des Abdomens gleich mit welcher sie durch sekundäre Skelettbalken verbunden werden, so daß drei geflügelte Anhänge entstehen. Außer diesen drei Stacheln, die sich auch in das Innere fortsetzen, sah ich auch in einem Falle (Taf. XXXV, Fig. 6), nicht ganz in der Mitte der Schale, einen etwas gebogenen Stachel den ganzen Hohlraum, vom Kopf bis zur Schalenmündung, durchziehen. Es ist das sicher derselbe Stachel, der bei einer ganzen Anzahl Dicyrtiden auftritt und der - wenn nicht bei dieser Art (was sehr wahrscheinlich), so doch bei anderen schon von Haeckel beschriebenen Spezies - bei geschlossener Schale dem letzten Schalenstück als Pendant des Kopfhornes aufsitzt (Haeckels Vertikal - Basal - Stachel). Solche Arten enthalten die Genera Stychopera und Cyrtopera.
Wahrscheinlich ist es der Apikalstachel (Jørgensen), der anstatt die Seite der Wandung an irgend einer Stelle zu durchbrechen den ganzen Innenraum durchzieht. Derselbe Stachel tritt auch (zusammen mit den anderen vier) bei später zu erwähnenden Arten der Stichocyrtiden auf, tritt aber da deutlich zutage, wie bei den Dicyrtiden. In besonderer Weise wird das Postabdomen, bei den bisher beobachteten Individuen nur aus einem Ringe bestehend, von dem Abdomen abgegrenzt, nämlich von einem um das Skelett gleichmäßig herumlaufenden, oft etwas erhabenen Ring. Das Postabdomen ist weniger breit als das Abdomen und an der Mündung allmählich verengt. Daraus, sowie aus dein in der Mitte abwärtsstrebenden Apikalstachel, der wohl zum Horn auf dem letzten Schalenstück wird, sowie aus dein unregelmäßigen, oft mit Zähnchen besetzten Rand des Postabdomens ist zu schließen, daß das Skelett der beobachteten Individuen noch kein vollständiges war, daß das fertige Skelett eine völlig geschlossene Schale mit Horn auf dem letzten Gliede ist, so daß die ganze Schale aus fünf bis sechs Gliedern bestünde.

Cephalis length 17µm, maximum width 21µm; Thorax length 30µm, maximum width 46µm; length of adult abdomen with 2 or more segments 100µm, maximum width 80µm; length of cephalis horn 15µm. Distinguishing characters (rw): Die interessante Art ist äußerst variabel und ist ein typisches Beispiel dafür, wie wenig die Haeckelschen Bestimmungsmerkmale oft anwendbar sind, indem nämlich bei dieser einen Art schon Ordnungs-, Sektions-, Familien- und Genus - Merkmale ineinander fließen. Wie am besten ein Blick auf die vier Zeichnungen lehrt, gehören die dort abgebildeten Individuen unzweifelhaft einer Art an, und doch könnte und müßte man sie nach Haeckel in ganz verschiedenen Gattungen unterbringen.
Das auf Taf. XXXV, Fig. 5 dargestellte Entwicklungsstadium, bei dem äußerlich, außer dem Horn keine Stachelanhänge sichtbar waren, zeigt drei Schalenstücke, würde also in die Sektion Tricyrtida, Familie Theocyrtidae, Gattung Theoconus gehören. Das auf Taf. XXXV, Fig. 6 dargestellte Exemplar besaß gleichfalls keine äußeren radialen Stachelanhänge, aber vier Schalenstücke, würde also in der Sektion Stichocyrtida der Familie Lithocampidae, Genus Stichocorys zuzuweisen sein. Man könnte aber auch wegen des im Innern der Schale abwärts- steigenden freien Stachels ebensogut eine neue Gattung innerhalb der Familie Lithocampidae errichten.
Das Taf. XXXV, Fig. 4 dargestellte und von mir als Normalform betrachtete Individuum zeigt, nachdem die Stacheln zum Teil in der Wand des Abdomens verlaufen sind, drei einfache, radiale Anhänge, die frei nach außen stehen. Die vier vorhandenen Schalenstücke würden die Radiolarie im Verein mit dem eben Erwähnten (wie das auch oben geschehen ist) der Familie Podocampidae, Gattung Stichopiliurn zuweisen.
Das Exemplar auf Taf. XXXV, Fig. 7 müßte wegen der vier Schalenstücke und den drei geflügelten Anhängen dem Genus Artopilium der Familie Podocampidae angehören.
Also vier Individuen derselben Spezies müßten in ebensoviel Genera und drei verschiedenen Familien, welche zwei Sektionen angehören untergebracht werden. Und doch ist bei kritischer Auswahl unter den zur Verfügung stehenden Gattungen bei Beschränkung auf eine wahrscheinlich noch nicht das Richtige getroffen, da alle beobachteten Individuen vielleicht Entwicklungsstadien darstellen, welche zu Tieren mit fünf- bis sechskammriger Schale führen, die auf der letzten Kammer ein Basalhorn tragen, was der Gattung Stichopera und Cyrtopera entsprechen würde. Die erstere besitzt nun wieder solide, die letztere gegitterte radiäre Anhänge. Da beides bei unserer Art vertreten ist, hätte man auch wieder zwischen beiden genannten Gattungen die Wahl. Also stehen für eine Art nicht weniger als sechs Gattungen zur Verfügung, ein Zeichen, daß der Radiolarienspezialist mit außerordentlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, da dieses Einzelbeispiel sich oft, fast bei jeder Spezies der Spumellarien und Nassellarien wiederholt. Aber auch ein weiteres Zeichen, daß das Svstem revisionsbedürftig ist. Schwierigkeiten, und zwar keine leichten, werden jedoch für absehbare Zeiten bestehen bleiben, da es außerordentlich schwer ist, phylogenetische Entwicklungsstadien von ontogenetischen zu trennen.
Aus den eben erörterten Gründen wurde die Art mit einem Fragezeichen versehen in die Gattung Stichopilium aufgenommen.

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Editors' Notes

References:

Popofsky, A (1908). Die Radiolarien der Antarktis (mit Ausnahme der Tripyleen). Deutsche Sudpolar-Expedition 1901-1903, Zoologie. 10(3): 183-305. gs O


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